SG Dynamo Dresden vs. Hertha B.S.C. – 0:1 (0:0)
| Wann? | Samstag, 04.04.2026, 20:30 Uhr |
| Wo? | Rudolf-Harbig-Stadion |
| Schiedsrichter: | Sven Jablonski |
| Zuschauer: | 31.414 – davon ca. 3.100 Herthaner |
Unsere Mannschaft erwischte den besseren Start. Bereits in der 4. Minute kam Fabian Reese aus rund 25 Metern zum ersten Abschluss, doch Dresdens Keeper Tim Schreiber war aufmerksam. Kurz darauf musste die Partie erstmals wegen dichter Rauchschwaden im Stadion unterbrochen werden.
Nach Wiederanpfiff hatte Hertha beinahe die Führung auf dem Fuß. Reese zog über links davon und brachte den Ball scharf in die Mitte, wo Julian Pauli fast ins eigene Tor traf. Danach folgte die nächste Unterbrechung: Fans gelangten in den Innenraum, Schiedsrichter Sven Jablonski schickte beide Teams in die Kabinen, während die Polizei das Feld sicherte.
Nach der langen Pause brauchte die Partie etwas, um wieder Fahrt aufzunehmen. Hertha kontrollierte die Begegnung in dieser Phase weitgehend und kombinierte sich mehrfach ansehnlich nach vorne. Die beste Gelegenheit vergab Josip Brekalo, als Robert Wagner im letzten Moment mit einer starken Grätsche rettete. Kurz darauf setzte Marten Winkler einen Distanzschuss knapp über das Tor.
Auch nach der Pause blieb das Spiel offen. Dresden kam etwas besser aus der Kabine, doch Hertha setzte immer wieder Nadelstiche. Reese zwang Schreiber mit einem gefährlichen Aufsetzer zur Parade, Kownacki verpasste wenig später nach schöner Vorarbeit die Führung knapp.
Dann der Schockmoment in der 66. Minute: Brekalo traf Wagner im Zweikampf mit offener Sohle und sah die Rote Karte. Hertha musste die Schlussphase in Unterzahl bestreiten – und plötzlich kippte das Momentum deutlich in Richtung Dynamo.
In der 72. Minute rettete Tjark Ernst gleich doppelt stark gegen Sterner und Wagner. Drei Minuten später zeigte Schiedsrichter Jablonski nach VAR-Eingriff auf den Punkt: Handspiel von Paul Seguin. Doch Ernst wuchs endgültig über sich hinaus und parierte den Strafstoß von Vermeij stark.
Als sich viele schon auf ein torloses Remis eingestellt hatten, schlug Hertha doch noch zu. In der 80. Minute brachte Reese eine Flanke in den Strafraum, Marten Winkler stieg hoch und sein abgefälschter Kopfball segelte über Schreiber hinweg ins Netz. Der Gästeblock explodierte.
In der Nachspielzeit warf Dresden noch einmal alles nach vorne, doch Ernst blieb auch bei einem letzten Abschluss zur Stelle, ehe Toni Leistner den Abpraller klärte.
Dieser Sieg war nichts für schwache Nerven. Hertha musste in Dresden nicht nur gegen einen unangenehmen Gegner bestehen, sondern auch gegen die besonderen Umstände eines mehrfach unterbrochenen Spiels und die lange Unterzahl nach Brekalos Platzverweis. Umso beeindruckender war, wie geschlossen die Mannschaft danach verteidigte.
Mit Tjark Ernst hatte Hertha den entscheidenden Rückhalt zwischen den Pfosten, während Reese und Winkler vorne den Unterschied machten. Vor 31.414 Zuschauern holten unsere Jungs drei enorm wichtige Punkte – und bewiesen, dass sie inzwischen auch solche wilden und emotionalen Spiele für sich entscheiden können.
Nächste Woche wartet im Olympiastadion das Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern – mit Rückenwind aus Dresden.